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Auszug - Anfrage Fraktion Bündnis 90 Die Grünen - Gewässerqualität auf dem Gebiet der Stadt Ronnenberg  

14. Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Ökologie, Wirtschaft und Feuerschutz
TOP: Ö 7.1
Gremium: Ausschuss für Stadtplanung, Ökologie, Wirtschaft und Feuerschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 28.11.2018 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:00 - 20:31 Anlass: Sitzung
Raum: Großes Sitzungszimmer
Ort: Rathaus 2, Hansastraße 38, 30952 Ronnenberg
AF/011/2018 Anfrage Fraktion Bündnis 90 Die Grünen - Gewässerqualität auf dem Gebiet der Stadt Ronnenberg
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage Rat
Federführend:Team "Büro der Bürgermeisterin" Bearbeiter/-in:Dr. Arends, Martin
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Frau Unterricker beantwortet die Anfrage wie folgt:

 

Kontrolliert die Stadt die Wasserqualität der Gewässer und Brunnen im Stadtgebiet? Falls ja, wie und in welchen Abständen wird gemessen?

 

-          Die Stadt kontrolliert die Wasserqualität nicht, da sie hierfür keinen gesetzlichen Auftrag hat. Das Stadtgebiet liegt in keinem Trinkwasserschutzgebiet.

 

 

Welche Erkenntnisse liegen über die Belastung der Gewässer vor?

Gibt es in diesem Zusammenhang Rückmeldungen zu den Messwerten der Region Hannover als Untere Wasserbehörde?

 

-          Es ist zunächst zu unterscheiden zwischen Fließgewässern und Grundwasser.

 

Für die Überwachung des Grundwassers ist das Land zuständig. Der NLWKN betreibt im Stadtgebiet zwei Grundwassermessstellen. Diese befinden sich zwischen Ronnenberg und Empelde. Untersucht wird u.a. auf Nitrat und Pflanzenschutzmittel. Die Ergebnisse sind unauffällig.

 

Auf multiresistente Keime werden keine Untersuchungen vorgenommen.

 

Für die Überwachung der Fließgewässer ist das Land ebenfalls zuständig. Es gibt Erkenntnisse über den ökologischen Zustand und Belastungen durch Messwerte des zuständigen NLWKN (Nds. Landesbetrieb für Wasser-, Küsten- und Naturschutz). Messwerte der Region Hannover liegen nicht vor, da diese keinen gesetzlichen Auftrag für die Untersuchung von Fließgewässern hat.

 

Die Bewertung wird nach der Wasserrahmenrichtlinie ausgeführt, wobei die Einstufung nach dem worst case Prinzip nach der am schlechtesten bewerteten biologischen Qualitätskomponente erfolgt und nicht das Vorkommen einzelner Arten bewertet wird.

 

 

Die Ihme wird durch den NLWKN kontrolliert. Es bestehen in Hannover Messstellen. Für den Zeitraum von 2009 bis 2012 wurde ein unbefriedigendes Gesamtergebnis festgestellt.

 

Auch für die Arnumer Landwehr gibt es keine Messstellen im Stadtgebiet Ronnenberg, das Gewässer befindet sich in einem unbefriedigenden Zustand.

 

Auch für den Hirtenbach gibt es keine Messstellen im Stadtgebiet Ronnenberg. Der ökologische Zustand wird vom NLWKN als schlecht eingestuft.

 

 

In den vergangenen Jahren wurden vom Unterhaltungsverband in Kooperation mit der Stadt Ronnenberg, der Region Hannover und dem Naturschutzbund an der Ihme, am Hirtenbach und der Arnumer Landwehr zahlreiche Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung und zur Verbesserung des ökologischen Zustandes (wie z.B. Anlage von Gewässerrandstreifen, Anpflanzungen, Maßnahmen zur eigendynamischen Entwicklung, Einbau von Kiesbänken und Totholz, Bau eines Altarms und eines Umfluters, etc.) durchgeführt. Diese Maßnahmen werden auch vom NLWKN empfohlen. Da diese Maßnahmen erst Jahre später eine ökologische Wirkung zeigen, bleibt zu hoffen, dass die Auswertungen der Jahre 2013 bis 2018 entsprechend positiver ausfallen.

 

 

Gibt es an punktuellen Stellen potenziell stärkere Belastungen?

 

-          Da es in Ronnenberg keine Messstellen gibt, lässt sich diese Frage nicht beantworten.

 

 

Werden auch Drainageeinleitungen von Feldentwässerungen beprobt?

 

-          Nein, dazu gibt es keine gesetzliche Grundlage.

 

 

Klärschlamm wird als Hauptursache für die Existenz von resistenten Keimen in Gewässern gesehen. Wird in Ronnenberg Klärschlamm ausgebracht?

 

-          Lediglich in der Gemarkung Vörie wurde im letzten Jahr Klärschlamm ausgebracht. Dies ist nutzungsbezogen auf bestimmten Flächen möglich, wenn die Grenzwerte der Klärschlamm- und Düngemittelverordnung eingehalten werden.

 

 

Auf Nachfrage von Ratsherrn Schur wird erläutert, dass ein schlechter Zustand der Gewässer vorliegt, wenn der chemische oder der biologische Zustand bestimmte Grenzwerte übersteigt.

 

Ratsfrau Dr. Reinelt macht deutlich, dass die multiresistenten Keime zukünftig ein großes Problem darstellen werden. Auf Nachfrage teilt Frau Unterricker mit, dass Klärschlamm nicht auf Feldern mit Gemüse, Obst, Ackerfutteranbaufläche oder Grünland aufgebracht wird.

 

Ratsherr Beichler bedankt sich für die Beantwortung der Anfrage, macht aber deutlich, dass sich ein diffuses Bild über die Qualität der Gewässer darstellt.

Hierüber ist die Öffentlichkeit zu informieren. Dabei müssen auch die der Ihme zufließenden Gewässer betrachtet werden.

 

Herr Zehler macht deutlich, dass hierbei der örtliche Bezug nicht ausreicht, sondern dass Land sowie der Bund gefragt sind.

 

 

Auf Rückfrage von Ratsherrn Lorenz hinsichtlich des Quecksilbergehalts im Gewässer erläutert Herr Tubbe, dass in Wennigsen eine Kläranlage betrieben wird. Aufgrund der in der Vergangenheit auftretenden technischen Probleme kam es zu Belastungen der Ihme auch im oberen Verlauf.

 

Herr Tubbe erläutert weiterhin, dass in den vergangenen Jahren Elektrobefischungen durchgeführt wurden, deren Ergebnis bereits eine Verbesserung des Zustands der Gewässer zeigte. Die Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft Limnologie und Gewässerschutz e.V. in Kooperation mit dem Naturschutzbeauftragten haben ergeben, dass sich der ökologische Zustand der Ihme und des Hirtenbach in den letzten Jahren verbessert hat.

 

Frau Plaumann weist darauf hin, dass die Stadt Ronnenberg in den Pachtverträgen regeln kann, dass eine Ausbringung von Kläranlagen oder Agrogasanlagen auszuschließen ist.

 

 

Gedenkstein

 

Auf Anfrage von Ratsfrau Benne-Serbent teilt Frau Bürgermeisterin Harms mit, dass die Kosten für den Gedenkstein zum 1050-jährigen Bestehen der Stadt Ronnenberg von der Stadt übernommen und aus dem Haushaltsansatz für städtische Veranstaltungen bezahlt wurden.

Ein Beschluss war hierfür nicht erforderlich.

 

Beschluss